
Das Wiesenbad in Eschborn: Neue Wege in der Wärmeversorgung
Richtfest im Wiesenbad Eschborn! Mit der neuen Halle entsteht ein olympiataugliches 50-Meter Becken, das insgesamt acht Bahnen bietet. Die Besonderheit: Beheizt wird mit Abwärme aus einem Rechenzentrum, das mit Ökostrom betrieben wird. Damit geht Eschborn einen bedeutenden Schritt in Richtung klimafreundlicher Wärmeversorgung, die auch in punkto Wirtschaftlichkeit überzeugt.
Die Stadt Eschborn reagiert mit dem Neubau auf einen langjährigen Bedarf: Das bestehende Hallenbad mit angrenzendem Freibad stammt aus dem Jahr 1974 und trotz mehrfacher Renovierungen stoßen die Kapazitäten bei Vereinen, Schulen und Privatnutzern zunehmend an ihre Grenzen. Mit dem Neubau entsteht nun ein zeitgemäßes Schwimmzentrum, das sowohl sportlichen Ansprüchen als auch modernen Nachhaltigkeitsstandards gerecht wird. Die zum Freibad liegende Fassade kann bei warmen Temperaturen geöffnet und die neue Halle so auch von Freibadbesucher*innen genutzt werden.
Herzstück des neuen Gebäudes ist eine 50-Meter-Schwimmhalle mit acht Bahnen, die erstmals einen Wettkampfbetrieb in Eschborn ermöglichen wird. Ein besonderer Vorteil bietet der integrierte Hubboden, mit dem die Tiefe des Beckens flexibel verändert werden kann. Dadurch lässt sich die Halle vielseitig nutzen – vom Schulschwimmen über Reha-Angebote bis hin zu Trainingseinheiten für Leistungssportler.
Ein Schwerpunkt des Projekts liegt auf Energieeffizienz und Klimaschutz. Künftig wird das Bad - inklusive der neuen Schwimmhalle - mit aufbereiteter Abwärme aus dem nahegelegenen Rechenzentrum von nLighten, FRA1 in Eschborn beheizt. Die Serverwärme wird über Wasser zurückgewonnen, auf Heizungstemperatur gebracht und über ein neues Wärmenetz ins Schwimmbad geleitet. Diese Lösung macht das Wiesenbad zu einem Vorzeigeprojekt, das zeigt, wie moderne Stadtplanung und digitale Infrastruktur sinnvoll miteinander verbunden werden können. Ergänzend entstehen Photovoltaikanlagen auf dem begrünten Dach, die Gebäudehülle wird durch Dämmung so energieeffizient wie möglich gestaltet. Ziel ist ein dauerhaft ressourcenschonender Betrieb — sowohl aus ökologischer als auch aus wirtschaftlicher Sicht. Das Architekturbüro geising + böker begleitet das Projekt mit klarer architektonischer Haltung und auch Luces ist bei diesem besonderen Projekt mit von der Partie, verantwortlich für die Bauüberwachung, die gesamte haustechnische Anlage wie auch für die Badewassertechnik.
Auf dem Richtfest betonte Adnan Shaikh, Bürgermeister von Eschborn, nicht allein die gute Kooperation von Stadt und Rechenzentrumsbetreiber - er setzt auch auf die Signalwirkung, die von der innovativen Nutzung emissionsfreier Abwärme von Rechenzentren, die in Zukunft gigantisch groß sein wird, auf andere Kommunen ausgehen kann. Ein wichtiger Schritt in Richtung Energiewende!

